Big Brother

Als Anfang 2000 diese Serie zum ersten Mal über die deutschen Bildschirme flimmerte war ich sofort gefangen. Zwar gab es in der ersten Staffel keinen Kandidaten, der mir sehr sympatisch war, fand ich es sehr interessant zu sehen, wie so viele unterschiedliche Charaktere auf engstem Raum miteinander auskommen.

Die zweite Staffel war in meinen Augen mit vielen Leuten bestückt, die wussten, welchen Chancen der Hype um Big Brother ihrer Person bringen konnte. Allerdings fiel das nicht wirklich so auf, sondern passierte und ich fand diese Staffel sehr genial zum Anschauen. Die Big Brother Entscheidungsshows füllten 3 Stunden mit dem grossartigen Moderator Oliver Geissen im Hauptsamstagsabendprogramm von RTL. Mein Held dieser Staffel war eindeutig Christian Möllmann, der ehrlich stinkstiefelig in der Gruppe aneckend lebte und einen riesigen Unterhaltungswert hatte und diesen auch später noch bei Big Brother als Moderator unter Beweis stellte. Leider zog er ziemlich schnell aus. Für ihn war es aber wahrscheinlich genau der richtige Zeitpunkt um seine Karriere voranzubringen. Seine erste Single "Es ist geil ein Arschloch zu sein" kletterte auf Platz 1 der deutschen Verkaufscharts.

Die dritte Staffel folgte wenige Wochen nach der Zweiten und kaum einer wollte diese sehen. Zwar zog zum ersten Mal ein Pärchen ein, aber die Kandidaten gefielen mir nicht. Somit habe ich von dieser Staffel nicht viel mitbekommen, ausser das ich die Entscheidungsshows gesehen habe.

Danach machte Big Brother erstmal knapp zwei Jahre Pause, um im Frühjar 2003 mit einem geänderten Konzept an den Start zu gehen. Die Staffel hatte zwei Wohnbereiche. Der eine mit "Luxus", der andere mit Waschzuber und schlafen im Stroh. Zur Entscheidung gab es sogenannte "Battles", kleine oder grössere Spiele, um dem Sieger den guten Bereich zu reservieren. Ich fand diesen Schritt sehr gut, den diese Staffel war in meinen Augen sehr interessant. In dieser Staffel entdeckte ich durch Zufall den "Nachtfalken" auf TELE 5, welcher mir abends mit Jochen Bendel eine bekannte Koriphäe aus den End 80'ern wieder auf den Bildschirm zu bringen. Mit seinem Kollegen, dem Schweden, wurde das Geschehen im Big Brother Haus meist zynisch kommentiert und es gab somit eine Alternative zur doch sehr gesteuerten Live Show auf RTL 2. Ausserdem zeige diese Sendung mir zum ersten mal ungeschnittene Live Bilder aus dem aktuellen Geschehen. Der Sender durfte ab 1 Uhr Nachts so lange live im Haus bleiben, wie es interessant war. Somit konnte man oft nächtliche Gespräche im Garten live miterleben. Danach gab es aufgezeichnete ungeschnittene Szenen aus den letzten Tagen, also Big Brother zeitversetzt, wie es die Premiere Abonnenten live sehen. Mir gefiel das neue Konzept sehr gut und ich habe in dieser Staffel sehr viel geschaut.

Im Frühjahr 2004 startete die 5. Staffel : Drei Bereiche (Reich,Normal,Survivor) und die Dauer betrug ein ganzes Jahr und der Sieger kassierte eine Million Euro. Die Wechsel zwischen den Bereichen konnten durch Matches (=Battles in BB 4) oder Challenges, also grössere Aktionen einzelner Bewohner erreicht werden. Den Nachtfalken gab es weiterhin und während dieser Staffel entdeckte ich das IOFF (Inoffizielles Fernseh Forum), in welchem man ein Live Tagebuch hat, welches ein Forum ist, wo Zuschauer annährend live die Geschehnisse im Haus eintragen, so dass man auch als Nicht-Premiere Abonnent immer auf dem laufenden sein kann, was gerade im Haus passiert. Bis heute lese ich gerne dort mit. Ausserdem bietet das Board natürlch eine herrliche Bühne um sich mit anderen Big Brother Fans über die Bewohner und Geschehnisse auszutauschen.

Die 6. Staffel war auf unendliche Laufzeit ausgelegt und fand in einem ganzen Dorf statt. Die Bewohner wirtschafteten in die eigene Tache. Das Prinzip ging nicht auf und die Staffel dauerte nicht mal ein Jahr. Für mich war das Dorf um Klassen schlechter als die Staffel davor.

Von Februar 2007 bis Juli 2007 lief die 7. Staffel, die annährend wieder "Back to Basic" wie die ersten drei Staffeln aufgezogen ist. Ein richtiger Schritt in meinen Augen. Leider wurde diese Staffel in meinen Augen zu sehr von Charakterköpfen "diktiert", so dass es mich gelangweilt hat.

Aktuel läuft seit 7. Januar diesen Jahres die 8. Stafffel, die leider auch wieder von Langeweilie, Grüppchenbildung und Heulattacken nur so trieft. Schade um das Format, aber leider scheint es ausgelutscht und nicht mehr zeitgemäss. Der einzige Lichtblick ist für mich die neue Moderatorin, die mit angemessen bissigen Sprüchen und dem Händchen für das richtigte Wort am richtigen Platz die Entscheidungsshows wenigstens noch ein bisschen sehenswert macht.

Live Tagebuch zur aktuellen Staffel im IOFF

Offizielle Big Brother Seite

Big Brother in der Wikipedia